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Ein Raum für eine Person. Zwei Stühle für niemanden.
Ein Raum für eine Person. Zwei Stühle für niemanden.
Vincent van Gogh malte dieses Schlafzimmer dreimal.
Das erste Mal 1888, kurz nachdem er in das Gelbe Haus in Arles eingezogen war. Das zweite und dritte Mal 1889. Aus der Psychiatrie in Saint-Rémy heraus, wo er sich selbst einweisen ließ, nachdem er sich einen Teil seines Ohres abgeschnitten hatte.
Immer dasselbe Bett. Dieselben zwei Stühle. Dieselbe Tür.
Er schrieb an seinen Bruder Theo: „Ich habe vollkommene Ruhe ausdrücken wollen."
Was er malte, sieht nicht nach Ruhe aus.
Das Zimmer ist einfach. Fast kahl. Ein Bett, ein Tisch, zwei Stühle - niemand drauf. Die Perspektive stimmt nicht ganz: Das Parkett flieht nach hinten, das Bett ragt in den Türrahmen, die Linien fügen sich nicht zusammen. Van Gogh wollte das Auge beruhigen. Stattdessen springt der Blick. Zwischen den Farben. Zwischen den Richtungen. Zwischen dem, was sein sollte, und dem, was ist.
Die linke Tür im Bild führte zu einem Gästezimmer. Paul Gauguin übernachtete dort. Für ein paar Wochen, im Herbst 1888. Dann war er weg. Die Tür blieb.
Zwei Stühle. Niemand drauf.
—
Ich stehe vor diesem Bild und erkenne etwas.
Nicht den Raum. Das Gefühl.
Nach außen Ordnung. Alles hat seinen Platz. Das Bett gemacht, die Stühle gerade, die Bilder an der Wand. Und trotzdem stimmt etwas nicht. Die Perspektive läuft auseinander. Der Raum wirkt eng, obwohl er leer ist. Warm, obwohl niemand da ist.
Das Achterbahnleben sieht von außen manchmal aus wie dieses Schlafzimmer. Ordentlich. Funktionierend. Und innen: Linien, die nicht aufgehen.
Van Gogh malte denselben Raum dreimal. Vielleicht weil er hoffte, dass er beim dritten Mal endlich so aussieht, wie er sich anfühlen sollte. Ruhig. Sicher. Angekommen.
Ich verstehe das.
Die Fahrt geht weiter.